Bormio Alpentour

Bormio Alpentour – mit dem RSV Rheinfelden auf dem Rennvelo rund um Bormio unterwegs…

Ein kräftezehrendes Wochenende auf dem Rad sollte es werden. Das war bereits mit den Rahmenbedingungen im Vorfeld des Alpentour-Wochenendes klar. Bormio als Ausgangsort liegt auf 1.225 Meter über Meeresspiegel und ist umringt von Bergkuppen, die klangvolle Pässe beheimaten. Aber genau das macht die Teilnahme ja auch so reizvoll.

001_Anreise Fluelapass

Mit der Anreise am Freitag herrschte noch Wetterunsicherheit. Die Wettervorhersage für Samstag und Sonntag war hervorragend – aber was man da aus der Frontscheibe heraus zu sehen bekam, war eher ernüchternd. Fieser Regen und Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich ließen einen FIAT vor uns die Passstraße des Flüela runterkreiseln – zum Glück ohne Blechschaden. Als dann auf dem Ofenpass ein Auto auf dem Dach lag, war klar: es muss deutlich besseres Wetter werden, damit die Alpentour auf dem Rennrad auch mit Spaß verbunden ist! Und es wurde deutlich besser…

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Tag 1 der Bormio Alpentour: Samstag, 06.08.2016

Über Nacht hatten sich die Regenwolken verzogen und wir wurden mit blauem Himmel, Sonnenschein und bereits wieder abgetrockneten Straßen geweckt. Das dauerhaft plätschernde Geräusch über Nacht bis zum Morgen stellte sich als Bewässerungsanlage der Balkonbepflanzung heraus, die falsch positioniert einen Regenschauer simulierte und uns zunächst auf eine falsche Fährte führte. Also nichts mit länger schlafen – Frühstück um 7.33 Uhr war ausgerufen.

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Die Tour am Samstag mit Start um 9 Uhr wurde von 8 Jungs des RSV Rheinfelden und einem Mädel der Wildcats Basel in Angriff genommen. Die ersten Kilometer führten uns in flottem Tempo bergab Richtung Tirano, bis es dann zum Aufstieg auf den Passo Mortirolo links den Abzweig zu nehmen galt. Hannes und Chris hatten es sich zur Aufgabe gemacht, eine ordentliche Strava-Segmentzeit in den Asphalt zu brennen – daher waren beide schon in der ersten Serpentine bergauf enteilt. Im Laufe des Aufstiegs bildeten sich immer mehr Splitter, da jeder sein eigenes Wohlfühltempo kurbelte – Treffpunkt war oben auf der Passhöhe ausgerufen. Richtiges Wohlgefühl kommt einem beim Kurbeln jedoch nicht in die Beine. Der Mortirolo ist eine einzige, fiese Rampe – aber der Anstieg entlohnt auch irgendwie, was jetzt wohl nur ein eingefleischter Radsportler zu verstehen vermag.

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Nachdem sich alle am Treffpunkt eingefunden hatten, ging es nach kurzer Stärkung und dem obligatorischen Foto vor dem Passschild in die rasante Abfahrt. Die Straße via Ponte die Legno nach Pezzo nahmen wir wieder im Verbund in Angriff – es geht stetig, aber erträglich bergauf. Ab Pezzo wird’s dann spürbar steiler. Die Auffahrt von Pezzo zum Gaviapass ist mit 18km und 1.360 Höhenmeter deutlich angenehmer als der Mortirolo, aber nicht weniger fordernd. Die etwas höhere Trittfrequenz lässt einen nicht so hart ermüden, aber über die Dauer ist man dennoch froh, wenn man oben auf der Passhöhe steht und nur noch eine lange Abfahrt nach Bormio auf einen wartet.

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Eckdaten zur Tour am Samstag (laut Strava): 119km & 3.074 Höhenmeter

Stärkendes Abendessen gab’s im Keller Steak House in Bormio, was mit einem leckeren, italienischen Eis abgerundet wurde. Dass zuvor noch Chris und Ronnie zusammen mit Wildcat Anine eine 6km Laufeinheit zum Koppeln nach dem Radfahren angehängt hatten, sei nur am Rande erwähnt. Eine nimmersatte Bande…

Tag 2 der Bormio Alpentour: Sonntag, 07.08.2016

Für den Sonntag hatten sich zwei Gruppen gebildet. Hannes, Michus und Chris wollten nochmal eine längere Runde via Berninapass drehen, während die zweite Gruppe das Stilfserjoch von Bormio aus im Visier hatte.

Aus den Strava-Daten der Bernina-Gruppe lässt sich erahnen, dass es wieder ein recht fordernder Rundkurs war: 130km und 2.900 Höhenmeter stehen auf der Uhr.

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Die Kurzstrecke auf den Passo del Stelvio und zurück hatte es allerdings ebenfalls in sich. Bei Quäldich steht die Südrampe auf’s Stilfserjoch mit 21,5km und 1.540 Höhenmetern im Buch. Zeit zum Einfahren gibt es nicht allzu viel. Bereits in Bormio beginnt der Anstieg zu einem der spektakulärsten Alpenpässe. Ähnlich wie auf der Gegenseite Richtung Prad winden sich Spitzkehren den Berg hinauf, die einem die Augen zum Leuchten und die Beine zum Glühen bringen. Oben angekommen sind all die Anstrengungen vergessen – und es gilt überteuerten Kaffee bei Kaiserwetter zu genießen, ehe einen die rasante Abfahrt wieder zurück nach Bormio und damit an das Ende der Bormio Alpentour bringt.

Die Rückreise erfolgte noch am Sonntag, da am Montag für viele wieder Arbeiten auf dem Programm stand. Im Unterschied zur Hinfahrt konnten wir jedoch auf dem Weg zurück einen strahlend blauen Himmel und Sonnenschein genießen. Ein tolles Wochenende in den Alpen neigte sich dem Ende.

Sportliche Grüße,
Ronnie Weissenfeld

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