Deutsche Meisterschaft Cross-Duathlon 2019

Saisonauftakt 2019 – let’s get ready to rumble…

Wie fängt man einen Rennbericht zu seinem ersten Wettkampf im neuen Sportjahr an? Machen wir’s doch mal so:

  • Mein letzter Wettkampf im Jahr 2018:
    Deutsche Meisterschaft Cross-Duathlon am 29. September 2018 in Östringen
  • Mein erster Wettkampf im Jahr 2019:
    Deutsche Meisterschaft Cross-Duathlon am 17. März 2019 in Trier

XDuathlon - Strecke

Purer Zufall, oder ein Wink des Schicksals? Was war in der Zeit dazwischen? Auf die letzte Frage kann ich eine eindeutige Antwort geben: Zwei Schulter-OPs im Oktober und Januar aufgrund eines MTB-Unfalls im Urlaub – und entsprechend über die Wintermonate sportlich ein- bzw. ausgebremst…

Die Vorbereitung auf die neue Saison war also alles andere als optimal, wenn man von einem verletzungsfreien Status ausgeht. Geplant wäre gewesen, dass ich meine Rad- und Laufform über den Winter konserviere und an der Grundlage arbeite, und gleichzeitig intensiv ins Schwimmtraining für die Challenge Roth im Juli (meine erste Triathlon-Langdistanz) investiere. Allerdings gilt’s im Leben immer die aktuellen Herausforderungen anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Das gilt für die alltäglichen Dinge, als auch für die größeren Stolpersteine, die sich einem auch mal in den Weg stellen.

Fokus also auf die Herausforderung einer Hakenplatte, die für 3 Monate ständiger Bewohner meiner Schulter sein sollte und ein Schwimmtraining verunmöglicht. Die Bezeichnung Lauftraining bekommt für diese Zeit eine völlig neue Dimension: Hardcore-Spaziergänger trifft’s wohl eher. Und Radtraining mit einer Hakenplatte? Die ersten Wochen nach der OP für mich nicht umsetzbar. Irgendwann fühlte sich der Körper jedoch dahingehend bereit dazu an, um auf dem Rollentrainer ein paar Einheiten anzugehen (was letztlich eine Modifikation der Sitzposition erforderte – aber man ist ja kreativ). In dieser Zeit waren Physio und der Besuch im Josko fitness meine sportlichen Highlights, die ich dankbar in Anspruch genommen habe.

Deutsche Meisterschaft Cross-Duathlon 2019 in Trier

Anfang des Jahres war ein Start beim Cross-Duathlon in Trier nur dahingehend ein Thema, dass es kein Thema für mich sein wird. Hauptfokus: gute Regeneration und behutsamer Formaufbau insbesondere nach der zweiten OP Mitte Januar. Dass es mit dem Entfernen der Hakenplatte gesundheitlich so gut aufwärts gehen sollte, war für mich eine positive Überraschung. Während sich wöchentlich starke Verbesserungen in der Mobilisierung und bzgl. Muskulatur erzielen ließen, wuchs der Gedanke an eine Teilnahme in Trier – schließlich hatte ich bei meinem letzten Sportevent in 2018 den Titel des Deutschen Meisters in der Altersklasse erworben und als Titelverteidiger möchte man sich ja nicht unbedingt nur als Zuschauer vor Ort blicken lassen. Eins war aber klar: kein Risiko! Aber geht das? Nein – es gibt nie null Risiko, nirgendwo.

Welches Risiko geht man ein, wenn man zwar gute Trainingseinheiten auf der Rolle hinter sich hat, man aber lediglich vier Mal Outdoor auf dem Rad gesessen ist? Diese Frage beantwortet dir letztlich niemand, nur Du selbst – wobei eine gute Beratung durch dein persönliches Umfeld hilft und stärkt. Danke dafür!

So stand ich also am 17. März in Trier bei der Startnummernausgabe, um mich mit den nötigen Unterlagen für den Start einzudecken. Dass der Fußweg dahin durch sohlentiefe Pfützen und einen rutschigen Fußweg bergauf zu erfolgen hatte, ließ zwar einen kleinen Moment des Zweifelns an der Richtigkeit der Entscheidung aufkommen – aber als Trainingsrennen mit Vernunft bei kniffligen Bikepassagen (sofern es sie denn geben sollte – ich kannte die Strecke bisher nicht) war ein Start mit mir selbst in Einklang zu bringen.

Wie beim Duathlon üblich starteten wir in der Cross-Variante mit einem 1. Lauf, welcher in Trier über gesamt 5km (2 Runden) gehen sollte. Zuvorderst vorweg sprintete die Elite im Kampf um den Meistertitel – ich selbst in der zweiten Reihe versuchte mich in einem Tempo, welches mir 5km plus ein paar Körner ermöglichen sollte. Die Wechselzone erreichte ich nach 18min – läuft. Da mir in der Wechselzone ein Platz mit der tiefsten Pfütze zugewiesen wurde, bestand die nächste Herausforderung darin, möglichst trockenen Fußes von den Crosslaufschuhen in die MTB-Schuhe zu wechseln. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit… Puh, trotzdem geschafft. Mit dem MTB ging’s dann zunächst eine kleine schmierige Rampe hoch, welche viermal zu bewältigen sein sollte. Ab dort war’s einfach nur ein kraftvolles Kurbeln auf einem Waldweg bergauf, was sich über die 4 Runden à 6km zu gesamt 800 Höhenmetern aufsummierte. Am höchsten Punkt dann die Überraschung des Tages, die sich mir aufgrund ausgelassenem Streckencheck zeigte: eine Matschpassage par excellence!

„Wenn Du zu sehr mit dem Kopf fährst, neigst Du zu Fehlern – wenn Du aber ohne Hirn fährst, schmeißt es Dich sicher!“

So in der Art war wohl mein Gedanke, der mich in gedrosselter Geschwindigkeit irgendwo zwischen Newbie und Flow durch die vordefinierten Spurrillen dahingleiten ließ. Hier musste ich ein paar Positionen abgeben, die sich für mich als „vernünftig und richtig“ erwiesen – zumal ein Kontrahent nach dem Überholvorgang direkt vor mir einen spektakulären Abflug hinlegte, der sich nach kurzer Rücksprache als „alles soweit in Ordnung“ herausstellte. Der weitere Downhill war ohne weitere technische Abschnitte kontrolliert schnell zu fahren. Nach der vierten Runde ging’s zurück in die Wechselzone. Da sich die Pfütze logischerweise nicht in Luft aufgelöst hatte, entschied ich mich spontan in mein zweites Paar Crosslaufschuhe zu schlüpfen, die ich zu Beginn schon parat gestellt hatte. Trotz offener Schnellschnürung gab’s einen kurzen Moment des Strauchelns mit leichtem Ansatz eines Krampfs in der Wade, der mich aber glücklicherweise nicht weiter hinderte. Also Vollgas auf die letzten 2,5km! Den ersten Kontrahenten konnte ich mir bereits nach der kleinen Stahltreppe schnappen. Ihn im Nacken machte ich mich an die Verfolgung eines weiteren Läufers, welchen ich mit gutem Abstand vor mir erblicken konnte. Dass es auch für diesen Überholvorgang reichte, bestärkt im Vertrauen auf die gute Laufform. Nach insgesamt 10min für die 2,5km konnte ich nach 1h38min50s in den Zielkanal einlaufen – happy über einen verletzungsfreien Start in die Saison. Dass ich in der Meisterschaftswertung vierter in der Altersklasse und gesamt 26. wurde, lässt keinerlei Groll über ein verpasstes Podium aufkommen: es ist ein Sieg für den richtigen Weg aus der Verletzung und ein Indiz, dass sich Training (hier Special Thanx an meine Trainerin Celia Kuch für die Inputs und Struktur) und ein aktiver Lebensstil in der richtigen Dosierung auszahlen. Mal schauen, was der Grüttlauf am kommenden Wochenende für mich parat hält.

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PS: der Giro Vanquish MIPS hat sich für mich als perfekte Ausrüstung für den Wettkampfeinsatz gezeigt. Auf dem Kopf kaum wahrnehmbar, bietet er eine gute Aerodynamik, die keinerlei negative Windgeräusche verursacht. Des Weiteren wäre Platz für das Aufkleben einer Startnummer (sofern es denn eine geklebte Nummer gegeben hätte ;-)). Das abnehmbare Magnet-Visier lässt ihn derart flexibel einsetzen, dass man mit und ohne Visier (aber definitiv immer mit Style) fahren kann. Big Thanx! Ja, das war Werbung – hinter der ich steh… :-)

Stay tuned – schließlich war erst Saisonauftakt…

Ronnie

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