Yeti SB165-Review

Yeti Sb 165 2 (1 von 1)

Luca, unser BA-Student aus der Fahrradabteilung hat am Wochenende ein paar Runden mit dem Yeti SB165 gedreht. Als begeisterter Biker, weiß er worauf es ankommt und hat alle wichtigen Eigenschaften in einem Testbericht für euch zusammengefasst:

Nachdem ich das wunderbare SB150 seit Dezember letzten Jahres fahre, hatte ich dieses Wochenende die Möglichkeit ein weiteres Bike aus dem Yeti Programm zu testen: das SB165. Es ist das hochhubigste Bike aus Yetis Bikepalette, welches zusammen mit 27,5er Laufrädern und einer langen aber dennoch verspielten Geometrie voll in die „Freerider“ Sparte einpasst.

Yeti-Sb-165-Frame

Der erste Eindruck…

…war das fast schon gewohnte Staunen und der Wow-Effekt eines Yeti’s: schwarzer Vollcarbonrahmen mit einer Schicht Klarlack, so dass das Carbon je nach Einfallswinkel des Lichts durchschimmert. Bei den Fahrwerkskomponenten wird voll und ganz auf die Produkte des EWS Factory-Team Partners Fox gesetzt. Genauer kommen hier der Dhx2 Stahlfederdämpfer und die 36er Factory Gabel mit der Fox Transfer Dropper-Post zum Einsatz. Schaltungsangelegenheiten regelt die zuverlässige Sram X01 Eagle Gruppe, für die Verzögerung sorgen Sram Code RSC Bremsen mit ordentlich Biss. Der Rest der Ausstattung wird abgerundet durch einen Yeti Carbon-Lenker in Kombination mit einem Race Face Vorbau, WTB/Yeti Sattel, DT Swiss Ex1700 Laufradsatz mit der nahezu „klassischen“ Maxxis-Kombi aus Minion Dhf und Dhr2 als Double-Down Variante. Beim ersten Aufsitzen fühlt man sich wie bei Yeti gewohnt direkt wohl. Man sitzt nicht „auf“ sondern mehr „in“ dem Rad, was mir immer gut gefällt. Kurz noch das Fahrwerk auf mein Gewicht einstellen und den Reifendruck prüfen und dann kanns losgehen.

Up- and Downhill

Auf den ersten Metern gefällt direkt die angenehme Tretposition auf dem Bike, ebenso wie die gute Antriebsneutralität, auch wenn der Dämpfer im Open Modus ist. Sobald man aber abseits von den normalen Waldwegen auf engeren Trails Höhenmeter sammelt kann man schneller an die Grenzen kommen, was dem langen Radstand geschuldet ist. Aber für technische Uphills ist das SB165 nicht unbedingt gemacht von daher ist das für mich kein wirkliches Manko. Für die Freiburger Uphills reicht es allemal! Oben angekommen geht’s dann an die Sache für die das Sb165 geschaffen wurde: der Downhill.

Gefahren bin ich das SB165 auf den Strecken Borderline und Baden to the Bone. Die erste Abfahrt auf der Borderline hat direkt überzeugt. Das Bike lässt sich gut handeln, speziell bei höheren Geschwindigkeiten fühlt es sich wohl, sobald es enger wird kommt der lange Radstand ein wenig in die Quere und es wirkt etwas behäbig. Aber wenn man eine gewisse Grundgeschwindigkeit hält, merkt man immer mehr für welchen Einsatzbereich dieses Teil gemacht wurde: Grobes, teils verblocktes, Gelände einfach überfliegen. Steinfelder, Wurzelteppiche und Stufen schluckt das Fahrwerk ohne Probleme einfach weg und lässt einen mit Vorfreude weiter gen Tal heizen.

Auch die Zwischenpassagen mit Gegenanstiegen sind kein Problem und dann steh ich auch schon am Anfang von Sektion 5 der Borderline. Hier fühlt sich das SB165 pudelwohl, die Tables, Doubles und die schön hohen Anlieger machen richtig Spaß und der Pop des Bikes beim Absprung kommt erst recht zur Geltung. Gefühlt kommt man ohne großen Aufwand oder zusätzliches Treten einwandfrei in jede Landung und steht hoch in der Luft. In der Flugphase bleibt alles stabil und vermittelt ein sicheres Fliegen, was Bock auf immer mehr Airtime macht. Also nach dem letzten Anlieger direkt nochmal hoch, und nochmal, und nochmal!

Yeti Sb 165 (1 von 1)

Mit jedem Mal fühlt man sich wohler und möchte immer höher und weiter, doch irgendwann ist halt die Landung zu Ende… Aber dann geht’s weiter Richtung Dreisam und es macht mit jedem Meter mehr Spaß. Über alles was im Weg liegt wird einfach drüber gefegt, ohne sich groß Gedanken drüber zu machen, damit wächst auch das Vertrauen in das Bike und einen selbst. Unten angekommen steht einem das Grinsen im Gesicht und am liebsten will man direkt nochmal den Rosskopf runterballern, wenn da nur nicht der Uphill wäre… 

Day Two

An Tag 2 fahr ich nochmal auf den Rosskopf um zu schauen wie sich das SB165 in steileren und technischeren Gefilden fährt. Dafür kommt der Baden to the Bone gerade recht.. Auch hier wird alles ohne Zucken vom Fahrwerk absorbiert und die Sprünge machen mindestens immer noch genau so viel Spaß wie an Tag 1.

Auch wenn es mal steiler abwärts geht gibt das SB165 kein Grund zur Beunruhigung, die große Beinfreiheit und die zentrale Position über dem Rad machen das Verschieben des Schwerpunktes nach hinten zum Kinderspiel und das Fahrwerk mit den massiven Reserven erledigt den Rest. Von oben bis unten wieder nichts wirklich zu beanstanden.

Eine Sache muss aber gesagt sein, das SB165 ist kein Racebike! Es mag gerne Geschwindigkeit, aber es verleitet auch zum Spielen mit den Gegebenheiten. Und durch die kleineren Laufräder rollt es nicht so einfach über Wurzeln drüber wie z.B. das SB150 als 29er, dadurch wird nicht die gleiche Sicherheit von dem Rad selbst vermittelt. Auch die Position ist nicht so „frontlastig“ wie beim SB150, was es dann bei aggressiverem schnelleren Fahrstil, wenn‘s gröber wird etwas erschwert das Gewicht mehr übers Vorderrad zu bewegen.

Alles in allem ist das SB165 ein super spaßiges Bike mit absoluten Freeride-Genen, also ganz einfach rausgehen und mit dem Bike und Freunden eine gute Zeit am Berg zu verbringen und seine Grenzen mit jedem Mal ein Stück weiter ausloten. Wer also ein Freerider/Parkbike sucht, mit dem man auch Höhenmeter fressen und Endurotouren fahren kann, der wird mit einem SB165 super bedient!

 

Tech Specs

    • Rahmen: C/Series Vollcarbonrahmen, Switch Infinity Suspension Technologie, press-fit BB92, alle Kabel sind im Rahmen integriert, 148mm x 12mm BOOST Dropouts, versiegelte Enduro Max Drehlager, integriertes Schaltauge und Achse
    • Federweg: 165MM (6.5″)
    • Gewicht: 14.89 KG (32.83 LBS)
    • Gabel: FOX Performance 36/180mm
    • Dämpfer: FOX PERFORMANCE VANILLA 230 X 65MM; STEEL SPRING WEIGHTS: SM:350LB, MD:400LB, LG:400LB, XL:450LB
    • Radstand: DT SWISS E1900 30mm
    • Schaltgruppe: SRAM GX EAGLE
    • Kurbel: SRAM GX EAGLE 30T 170MM
    • Innenlager: SRAM DUB BB92
    • Kassette: SRAM GX EAGLE 1275 10-50
    • Kette: SRAM GX EAGLE
    • Bremsen: SRAM CODE R
    • Bremsscheibe: SRAM CENTERLINE 200
    • Sattelstütze: FOX TRANSFER 31.6MM / SM: 125MM, MD: 150MM, LG-XL: 175MM
    • Vorderreifen: MAXXIS MINION DHF 2.5 EXO+
    • Hinterreifen: MAXXIS MINION DHR II 2.4 EXO+
    • Steuersatz: CANE CREEK 40 INTEGRATED
    • Lenker: RACE FACE AEFFECT R 35X780MM
    • Vorbau: RACE FACE RIDE 35X50MM
    • Griffe: ODI ELITE PRO
    • Sattel: WTB VOLT CUSTOM

Rahmengröße S M L XL
Sitzrohrlänge (mm) 380 410 450 495
Kettenstrebenlänge (mm) 433 433 433 433
Oberrohrlänge (mm) 567 598,5 621,5 649,4
Steuerrohrlänge (mm) 104,8 110,4 121,6 132,8
Steuerrohrwinkel (°) 63,5 63,5 63,5 63,5
Sitzrohrwinkel (°) 77 77 77 76,9
Tretlagerabsenkung (mm) 37,5 37,5 37,5 37,5
Radstand (mm) 1197,7 1230,2 1255,2 1285,2
Stack (mm) 594,9 599,9 609,9 619,9
Reach (mm) 430,1 460,1 480,1 505,1
Überstandhöhe (mm) 710,4 716,3 723,4 746,7

 

Vielen Dank Luca, für deinen ausführlichen Bericht!

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