Auf der Suche nach Powder

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Dezember 2014.

Die Freeridegemeinde schaut sehnsüchtig nach Japan und Norwegen und der gesamte Alpenraum beklagt sich über zu wenig Schnee. Der gesamte Alpenraum? Nein!
Ein kleines, von tiefschneebegeisterten Gleitsportenthusiasten, bevölkertes Dorf hört nicht auf seinen Ruf als Freeride- Eldorado zu verteidigen.

Zum Sonnenaufgang auf dem Pass

So hieß es für Tim Fritz und Moritz Reisberger, beide im followmestore Snow Team wieder einmal: Lörrach, Luzern, Altdorf, Andermatt. Zwei Stunden und viele grüne Landstriche später, rollten wir auf den Parkplatz am Bahnhof in Andermatt. Viel Zeit das große ,neue Prunkhotel auf der anderen Straßenseite zu bewundern blieb uns nicht, denn wir wollten zum Sonnenaufgang auf dem Oberalppass (2033 m) sein.

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Dieser Pass verbindet zwei der lohnendsten Freeridegebiete der Alpen miteinander. Zwischen Andermatt und Disentis gelegen, bietet er eine Fülle an Skitourenmöglichkeiten und eine kleine Anzahl an Liften.

Nach einer gemütlichen Fahrt, einem noch gemütlicheren Schaffner und einer Besprechung des Lawinenlageberichts, standen wir nun bei starkem Wind und betonharter Schneeoberfläche auf dem Pass und zogen die Felle auf Spiltboards und Tourenski. Unser erstes Ziel war der Pazolastock (2799m ) von wo wir weiter zum Rossbodenstock (2836 m) laufen wollten.

Da der Pazolastock ein sehr beliebter Skitourenberg ist, findet man hier meist eine gut eingelaufene Aufstiegsspur. Heute war dem nicht so. Ein massiver Harschdeckel der durch den gefrorenen Regen des Vortages entstand, machte den Aufstieg mühsam. Begleitet durch einen grandiosen Sonnenaufgang war dieser jedoch nicht minder lohnend.

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Nach einer guten Stunde erreichten wir den Gipfel von wo aus sich ein toller Blick auf die umliegenden Berge und Täler eröffnete. Der Ausblick konnte uns jedoch nicht komplett über die Tatsache hinweg trösten, dass die Abfahrt wohl eher ein ruppiges Vergnügen werden wird. Während man bei harschigen Verhältnissen oft nur die Exposition ändern muss, war heute klar, dass es nicht an der Hangausrichtung, sondern am Regen des Vortages lag. Denn dieser unterscheidet selbst am Oberalppass nicht zwischen Nord- und Südhängen.

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Planänderung

Deshalb entschieden wir uns nach einen kurzen Telefonat mit Jops und Eric, zwei Freerideprofis die ihre Winter in Andermatt verbringen, abzufahren und unser Glück am 200 m höher gelegenen Gemsstock (2961 m) zu versuchen. Dort soll der Regen im oberen Bereich in Schnee übergegangen sein, was uns auf ein paar Powderturns hoffen ließ.

Die Abfahrt schüttelte uns die Kniescheiben hinter die Ohren. Doch dieses Gefühl ist einem Schwarzwälder, der oft am Feldberg unterwegs ist sehr vertraut und der kurze Gedanke an die grünen Wiesen zu hause, machte selbst diese Abfahrt zu einem großartigen Erlebnis.

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Die nächsten Stationen waren bekannt. Zug nach Andermatt, netter Schaffner, Bahnhof, Coop, Dorfbäcker, Gemsstock. An der Bergstation angekommen erwartete uns Jops. Der beste deutsche Freeride Snowboarder und letztjährige Worldtour Fahrer, kennt das Gebiet rund um den Gemsstock wie seine Westentasche, und wer einmal einen Tag mit ihm unterwegs sein durfte weiß, dass dies eine Untertreibung ist. Heute waren wir in dieser glücklichen Situation und hatten zwischen Giraffe und Felsental sensationelle Abfahrten in schönem Licht und, wie der Mann in der Gondel sagte: „ Tollem Hochschnee“.

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Und wir wurden tatsächlich fündig!

Die großen Varianten waren leider nicht bis ins Tal möglich weshalb die Schwedentraverse, welche uns nach dem oberen Teil der Abfahrten ins Unteralptal wieder zum Schlepplift Lutersee brachte, genutzt wurde.

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Teamfahrer: Moritz Reisberger

Nach vielen guten Abfahrten, einem gelungenen Tag und müden Beinen, war uns wieder einmal klar, wieso so viele Freerider ihre Winter hier verbringen, denn der Rest der Alpen verbrachte den heutigen Tag mit Gebeten für mehr Schnee.

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Teamfahrer: Tim Fritz

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GoodBoards Fahrer: Johannes Schnitzer


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