XTERRA Germany 2019 mit Deutscher Meisterschaft Cross-Triathlon

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Einen Tag nach der großen XTERRA Germany Wettkampf-Sause sitzen wir am Olbersdorfer See in der Sonne und genießen das Leben. Was war das für ein geniales Event mit abschließender Party, wie sie im Triathlonsport wohl nirgendwo sonst so gefeiert wird. Wo sonst als in Zittau kapern die Elitestarter das DJ-Podest, um die Fahnen der Nationen zu schwenken und ihre athletischen Oberkörper zum Beat der Musik in der Open-Air-Arena direkt am See zu bewegen.

Die O-See Challenge 2019 in Zittau – XTERRA Germany mit Deutscher Meisterschaft der DTU im Cross-Triathlon

Für mich war der diesjährige Start beim XTERRA Germany die Premiere in Zittau. Nach meiner ersten Triathlon-Langdistanz bei der Challenge Roth im Juli dieses Jahres wollte ich unbedingt noch an einem Cross-Triathlon teilnehmen. Da der Termin 17. August günstig lag und ich den vorauseilenden Ruf der Veranstaltung unbedingt selbst hautnah vor Ort erleben wollte, war die Entscheidung für Zittau schnell gefasst – die lange Anfahrt aus Südbaden nimmt man da gerne auf sich.

Mit Ankunft am Donnerstagmittag gab’s die Gelegenheit, mit einem Zittauer Local die Bikestrecke zu erkunden. Somit auch eine gute Gelegenheit, mich an mein neues MTB zu gewöhnen, welches ich tags zuvor in Empfang nehmen durfte. Ja, man sollte sich nur mit vertrautem Equipment an den Start begeben – diese Regel gilt natürlich auch beim Cross-Triathlon. Aber ein Open One+ mit Lefty Ocho gepimpt mit Tune-Anbauteilen vom Radladen meines Vertrauens followmestore.de lässt halt auch jegliche Triathlonregel aushebeln – Emotionen gehören einfach mit zum Sport dazu. Mit der Vergabe des Deutschen Meistertitels sollte ich im Normalfall eh nichts zu tun haben – da kann man dann noch mehr auf den Faktor Spaß setzen.

Schaufelrad mit Bike

Die Bikestrecke ist mit 36km und ca. 1.000 Höhenmeter allein schon aufgrund der Parameter kein Zuckerschlecken. Da es größtenteils auf Trails mit knackigen Anstiegen und ein paar technischen Abfahrten voran geht, gilt es sinnvoll mit der Kraft hauszuhalten. Das Bikerherz war jedoch geweckt – eine abwechslungsreiche Streckenführung, die man sich auch für ein reines MTB-Rennen so vorstellen könnte (und so manchem MTB-Rennen in der Republik die Schau stehlen würde, weil es kein reines Geballer über Forstautobahnen gibt).

Der Freitag stand im Zeichen der Rennvorbereitung: Startbeutel abholen, Equipment checken und richten, mit Leuten der Szene abhängen und Energiereservoir auffüllen. Auf dem direkt angrenzenden Campingplatz neben dem idyllischen Wettkampfareal war gefühlt jeder zweite Gast mit genau diesen Dingen beschäftigt.

Samstag, 17. August 2019 – Start zur O-See Challenge 2019 und gleichzeitig Wertung zum XTERRA Germany und Deutsche Meisterschaft der DTU im Cross-Triathlon.

Die Eckdaten zum Event in Zittau:

  • 1,5km Schwimmen im Olbersdorfer See (kurz: O-See) mit einem kurzen Landgang
  • 36km MTB-Runde mit ca. 1.000 Höhenmeter
  • 10km Crossrun mit 150 Höhenmeter (2 Runden à 5km)

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Die versammelte XTERRA-Elite der Männer startete um 11:30 Uhr, die der Frauen drei Minuten dahinter. Mit nochmals drei Minuten Versatz wurden wir Agegroup-Athleten ins Wasser geschickt. Während es bei großen Triathlonveranstaltungen Diskussionen um den Massenstart gibt, geht es beim Cross-Triathlon familiärer zu. Die Anzahl Starter ist in einem Maß, dass auch ein mittelmäßiger Schwimmer (wie ich mich einordnen würde) gut in der Menge zurechtkommt. Aufgrund der Wassertemperatur galt ein Neoprenverbot, bei welchem man sich auch nicht mit einem speziellen Swimsuit behelfen durfte – naturnahes Schwimmen eben. Die Wechselzone nach den 1,5km Schwimmen erreichte ich nach 29 Minuten. Schwimmen wird wohl nicht mehr meine beste Disziplin werden – aber dafür freut man sich danach umso mehr auf die Aufholjagd…

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Auf der Bikestrecke half mir auf jeden Fall die Streckenkenntnis. Die Strecke selbst ist zwar perfekt ausgeschildert, so dass ein Verfahren ausgeschlossen werden kann. Allerdings hilft das Wissen über die bevorstehende Aufgabe in der Wahl der Racepace und bei der Linienwahl im Up- und Downhill. So konnte ich die Strecke 30min schneller als zur Streckenbesichtigung fahren und blieb knapp unter der 2h-Marke. Die Trails waren eine pure Freude – anspruchsvoll und doch auch mit flowigen Abschnitten.

Der finale Crosslauf über 10km sollte eine kleine Wundertüte werden. Die Strecke selbst kannte ich nur vom Papier und von Erzählungen. Die Berichte der verschiedenen Teilnehmer waren jedoch so unterschiedlich, dass man sich nichts wirklich vorstellen konnte: von „super und gut laufbar“ bis „geht gar nicht zu laufen und viel zu hart“ war alles dabei. Allerdings war ich aufgrund der Erzählungen eher in positiver Erwartung – beim XTERRA darf es gern etwas härter zugehen.

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Den Wechsel vom Rad aufs Laufen hatte ich recht schnell verdaut – da wartete auch schon eine Holztreppe mit überdimensionalen Stufen, die es zu übersteigen galt. War man dann wieder im Laufrhythmus, so wurde dieser durch weitere Anstiege, Bachüberquerungen, hohe Steinstufen oder eine steile Downhillpassage jäh unterbrochen. Eine anstrengende Runde also, die es zwei Mal zu Laufen galt. Nach 46 Minuten erreichte ich das Ziel nach gesamt 3h18min04s auf dem 9. Platz in der XTERRA Altersklassenwertung und auf Rang 4 in der AK bei der Wertung zur Deutschen Meisterschaft. Geniales Rennen, super Event und eine hammermäßige Party am Abend – Zittau ist definitiv eine Reise wert!

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Glückwunsch an alle DTU- und XTERRA-Preisträger. Ein besonderes Danke geht an das Orga-Team in Zittau für die Realisierung einer wahren Triathlon-Perle – bitte weiter so!

Ronnie Weissenfeld

 

-Fotos by Sportograf

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